Rechenzentren vereinfachen?
6. August 2007Vor 6 Jahren hatte die Firma Egenera (www.egenera.com) die Idee, Rechenzentren zu vereinfachen. Dazu wurde vom Firmenchef Vern Brownell eine völlig neue Serverarchitektur konzipiert, die Einfachheit in die Datencenter Einzug halten ließ. Seit bereits 2 Jahren agiert die Firma auch in Europa, Vertriebspartner hier ist Fujitsu Siemens.
Brownell hat bei Goldmann Sachs elf Jahre lang als IT-Techniker gearbeitet und sich dabei immer wieder gefragt, warum die Architektur derart komplex aufgebaut ist, warum so hohe Investitionen nötig sind und wieso man tausend Leute braucht, um so etwas zu managen. Er erkannte, dass dies nicht nur ein firmeninternes Problem war, sondern dass sich dieser Fehler durch die gesamte Industrie zog und so gut wie alles auf komplexen Systemen aufgebaut war, wogegen man als Anwender natürlich machtlos ist.
Mit der herkömmlichen Serverarchitektur stellten sich ihm folgende Fragen:
Warum dauert es Monate, bis ein Server aufgebaut und verwendet werden kann?
Warum werden von tausend Servern lediglich zehn Prozent der Leistung genutzt?
Warum braucht man 250 Administratoren, um sie zu betreiben?
Die Antwort auf all diese Fragen führte zur einzigartigen Lösung des Problems, nämlich die Komplexität und die Komponenten, die normalerweise rund um einen Server im Einsatz sind, zu reduzieren. Während auf Blades anderer Hersteller Netzwerkkarten, Ethernet-Controller, Speicher und Prozessoren verbaut sind, befinden sich auf den Geräten von Egenera lediglich die Prozessoren und der Speicher, den Rest erledigt eine Software. Dies lässt sich zwar schwieriger entwickeln, allerdings bringt es letztendlich mehr Vorteile und vereinfacht das Gesamtsystem. Die Blades von Egenera benötigen nur sechs Anschlüsse, die allerdings an die neueste Technik angepasst wurden. Sie haben redundante Anschlüsse für Strom, die Verbindung zum Storage Area Network und zum Internet. Verglichen mit den hunderten Verbindungen von anderen Servern, ist dies eine deutliche Vereinfachung.
Die Frage Nr. 1 die sich wohl jeder CTO stellt ist wohl, wie man damit umgehen soll, dass von Unternehmen zunehmend mehr Daten verarbeitet werden müssen. Das Problem mit den Rechenzentren lässt sich nicht verleugnen: Die Anlagen werden immer größer und nehmen immer mehr Platz und Energie in Anspruch. Tatsächlich sind Datenzentren bereits der zweitgrößte Stromverbraucher in den USA. Der Ansatz der Fa. Egenera geht dahin, eine große Blade zu nutzen, die auch besser gekühlt werden kann, nicht wie andere Firmen meinen, die Lösung liege eher darin, die Server kleiner zu konstruieren, die zwar Platz sparender sind, jedoch entsteht dabei mehr Hitze die gekühlt werden muss, und dies erzeugt wiederum mehr Kosten für die notwendigen Kühlsysteme. Egenera verwendet von Anfang an den selben Formfaktor, der deshalb effizient gestaltet ist, weil sie viele Komponenten entfernt hat und somit den verbleibenden genug Platz bleibt.














